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Typisch Frau: Farb- und Stilberatung für blinde und sehbehinderte Menschen -- das Interview

19.07.2019

Wie eine Typberatung sehbeeinträchtigte Menschen unterstützen kann

CorporateColor Beraterin Nicole Dornberger hat uns  in ihrem letzten Blogartikel  Farb- und Stilberatung für sehbehinderte und blinde Menschen? Aber ja! an einem eher ungewöhnlichen Beratungsauftrag teilhaben lassen, bei dem sie gemeinsam mit unserer Kollegin Susanne Niermann auf einer Fachtagung für den Blinden- und Sehbehindertenverbandes Niedersachsen e.V. (BVN) einen Stilworkshop durchgeführt hat.

Im zweiten Teil dazu führt sie ein Interview mit Nina-Jasmin Mangelsdorf: Mitglied und Mit- Initiatorin der Fachgruppe „Bildung und Beruf“ des Blinden und Sehbehindertenverbandes Niedersachsen e.V.
Als Sehbeeinträchtigte kennt Frau Mangelsdorf die Probleme im Umgang mit Kleidung aus eigener Erfahrung.


Nicole Dornberger (ND): Frau Mangelsdorf, warum ist das Thema Farb- und Stilberatung gerade auch für blinde und sehbehinderte Menschen interessant?

Nina-Jasmin Mangelsdorf (NM): Blinde und sehbehinderte Menschen müssen sich grundsätzlich auf das Urteil anderer Menschen verlassen. Es ist völlig egal, ob sie diese Menschen schon lange kennen, ihnen vertrauen oder sich auf das Urteil einer Verkäuferin einlassen.
Gerade blinde Menschen haben eine optische Wahrnehmung von sich selbst. Sie lernen ihre Bekleidung wie Vokabeln. Oftmals ist der Kleiderschrank eines blinden oder hochgradig sehbehinderten Menschen sehr strukturiert eingerichtet – nach verschiedensten Schemata. Einige legen ihre Kleidung nach Farben sortiert in den Schrank. So, wie sie auch in die Waschmaschine dürfen. Andere kombinieren Hose und Oberteil und hängen diese Kombination in den Schrank. Wieder andere benutzen Farberkennungsgeräte und haben einen völlig normal sortierten Kleiderschrank. Diese Farberkennungsgeräte sind aber oftmals nicht sehr zuverlässig und können bei schlechten Lichtverhältnissen viele Farben nicht unterscheiden.


uanateutzi/Shotshop.com


ND: Vor welchen Herausforderungen stehen sehbehinderte Menschen in Bezug auf Kleidung insbesondere im Berufsleben?

NM: Durch die fehlende optische Wahrnehmung können blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen auch nicht auf ihr Umfeld achten und sich z. B. bei Kollegen Anregungen holen. Ihnen fällt nicht auf, dass der Kollegin der Hosenanzug gut steht, weil er originell geschnitten ist. Sie wissen nicht, welche Schuhe der Kollege zu seinem Anzug kombiniert, ob die Damen eher Pumps oder Lederschuhe tragen.
Was ist im Sommer erlaubt? Wie kurz sind die Shirts und Röcke der Kollegen wirklich? Und ganz wichtig: Was steht mir? Wie weit kann ich persönlich gehen? Ist eine Jeans in einer offiziellen Sitzung okay? Diese Frage wird eine Verkäuferin selten neutral beantworten. Sie ist bestrebt zu verkaufen. Sie kennt sich in ihrem Job aus, aber nicht zwangsläufig in der Modewelt einzelner Großunternehmen. Hier ist eine neutrale, aber individuelle Farb- und Stilberatung genau das Richtige!

ND: Nach welchen Kriterien wählen blinde und sehbeeinträchtigte Menschen Kleidung aus?

NM: Oftmals ist die Auswahl der Kleidung vor allem zweckmäßig. Egal ob ich im Büro, von zu Hause aus oder in einer Praxis/einem Krankenhaus arbeite. Habe ich einen Begleithund, bin ich in Jeans und Turnschuhen am besten unterwegs. Fahre ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln, trage ich idealerweise dunkle Hosen, auf denen man Schmutz möglichst nicht sieht. Im Winter ziehe ich immer helle Jacken an, damit man mich bei Dunkelheit gut sieht, wenn ich die anderen schon nicht sehen kann.


Goodluz/Shotshop.com

ND: Wie sind die Erfahrungen beim Einkaufen? Wie kaufen Sehbehinderte ein?

NM: Die meisten blinden und sehbehinderten Menschen kaufen nicht ohne Assistenz ein. Im Geschäft die richtige Abteilung, Kleidung und Größe zu finden ist nahezu unmöglich. Nicht selten wird man auch von einer Verkäuferin falsch beraten und mit Kleidung nach Hause geschickt, die vielleicht zu groß ist oder deren Muster oder Farbe überhaupt nicht angemessen sind.

ND: Dafür bieten wir als Stilberaterinnen Einkaufsbegleitung an. Als Personal Shopper stehen wir als unabhängige und objektive Beraterin zur Seite, die weiß, worauf es ankommt, und gezielt das richtige Outfit zusammenstellt.
Wie können blinde und sehbehinderte Menschen noch von einer Farb- und Stilberatung profitieren?

NM: Die Farb- und Stilberatung erfolgt sehr individuell auf die eigene körperliche Farbe und Beschaffenheit ausgelegt. Man lernt etwas über Stoffe und Schnitte und wie man Bekleidung gezielt einsetzt. Der Farbpass erleichtert beim nächsten Einkauf die Suche nach der besten Farbe. Ich selbst bestimme, was ich möchte, und bin unabhängig von dem Urteil anderer.

ND: Was war für Sie persönlich die prägendste Erfahrung in unserem Farb- und Stilworkshop?

NM: Eine schöne Erfahrung war die Planungsphase, in der zuerst der Mut und die Idee fehlte, blinden und sehbehinderten Menschen das Thema näherzubringen. Nach einiger Überlegung kam dann aber die Überzeugung, worüber ich mich sehr gefreut habe. Nicht viele Menschen nehmen sich die Zeit, sich auf neue Dinge und auf andere Menschen einzulassen. Ich bin davon überzeugt, wenn sich viel mehr Menschen nur wenige Minuten Zeit nähmen, sich in einen anderen Menschen hineinzuversetzen, dann hätten wir gewiss weniger Probleme in dieser Welt. Dafür bin ich sehr dankbar. 



ND: Und wie war das Feedback?

NM: Wir haben durchweg positives Feedback erhalten. Am Tag nach der Beratung durften wir im Rahmen einer Mitgliederversammlung den Geschäftsführer der BVN begrüßen, dem ich von dem Farb- und Stilseminar berichtete. Er war sehr angetan und beglückwünschte uns zu diesem Erfolg. Auch hier haben sich die Seminar-Teilnehmer eingebracht und Positives erzählt. Ein Teilnehmer war sehr begeistert, dass ihm gesagt wurde, er hätte eine gute Kleiderwahl getroffen. Das hätte er gar nicht gedacht. Bei den meisten von uns kann man wohl sagen, dass es einen sehr lauten Aha-Effekt gab!

ND: Herzlichen Dank, Frau Mangelsdorf, für das Interview.
Einen Aha-Effekt gab es übrigens nicht nur für die Teilnehmenden des Workshops, sondern auch für uns Referentinnen. Es war auch für uns eine echte Bereicherung, wir haben viel Spaß gehabt und uns in der Gruppe sehr wohl gefühlt. Danke dafür!
 

5 Argumente für eine Farb- und Stilberatung für blinde und sehbehinderte Menschen:

  • Hilfestellung/Unterstützung bei Kombinationsmöglichkeiten von Farbe und Stil der eigenen Kleidung

  • Gewinnung von persönlicher Unabhängigkeit

  • Farbpass und Stilmappe als Einkaufs-Leitfaden

  • Auf Wunsch Sortierung des Kleiderschranks

  • und persönliche, unabhängige Einkaufsbegleitung

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Nicole Dornberger

Die Autorin

Nicole Dornberger

Nicole Dornberger ist Image-Consultant und studierte Kommunikationswirtin. Sie beschäftigt sich schon ihr gesamtes Berufsleben mit den Themen Markenbildung, Kommunikation und Wirkung. Sie war u.a. Pressesprecherin und Marketingleiterin in der Finanzdienstleistungsbranche. Als selbständige Imageberaterin unterstützt sie Einzelpersonen und Unternehmen beim Thema Corporate Image, bildet Mitarbeiter zu Markenbotschaftern aus und bietet visuelles Karriere-Coaching an.
 

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