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Typisch Frau: Fast Fashion – ein Thema, das uns alle angeht

18.04.2019

Nachhaltigkeit in der Modewelt

Nachhaltigkeit ist in der Modewelt derzeit eher ein Hersteller- als ein Verbraucherthema. Deshalb hier ein Mode-Blog der anderen Art, inspiriert von einem Besuch der Ausstellung „Fast Fashion – Die Schattenseiten der Mode“.

Vorab die Fakten:

  • eine Milliarde Kleidungsstücke liegen allein in Deutschland ungetragen im Schrank!
  • bei einem T-Shirt für 4,95 Euro beträgt der Lohn für den Arbeiter 0,13 €, der Gewinnanteil des Unternehmers liegt bei 2,10 €
  • auf ein Kilo produzierte Textilien kommt ein Kilo Chemikalien
  • nur ein Prozent der Baumwollproduktion entsteht nach überprüfbaren und abgestimmten Richtlinien



Das sind die ersten Infos, mir bei meinem Besuch der Ausstellung „Fast Fashion – Die Schattenseiten der Mode“ sofort ins Auge springen.

Die Ausstellung regt zum Nachdenken über das eigene Konsumverhalten an:

  • Warum konsumieren wir so viel?
  • Welche Auswirkungen hat der Konsum?
  • Wodurch ist dieser Konsum entstanden?
  • Was tun wir Menschen in anderen Ländern mit diesem Konsum an?
 
Der hohe Anteil von 62 Millionen Tonnen Altkleider ist das Spiegelbild unserer Überflussgesellschaft. Auf der anderen Seite ist die Hälfte unserer Weltbevölkerung auf Secondhand-Bekleidung angewiesen.

Auf dem Weg zur Einweg-Kleidung

80 Prozent unserer Kleidung landen auf dem Müll, nur 20 Prozent werden recycelt.
Reparieren lohnt sich nicht, wir kaufen lieber ein neues Teil. Das ist ein gravierender Unterschied zu früher. Da wurden die Sachen gepflegt, sie mussten möglich lange halten. Heute entsorgen wir die Kleidungsstücke nach kurzer Nutzungsdauer. Die Fast-Fashion Hersteller locken durch niedrige Preise, daher kaufen wir oft mehr als wir brauchen. Die Hersteller nutzen die Welt der Stars, um das „Staroutfit“ preiswert anzubieten. Dadurch fühlen wir uns auch „besonders“.
Fast Fashion hat das Konsumverhalten verändert. Die Konsumenten besitzen heute viermal mehr Kleidung als noch 1980!

Der Konsum stimuliert den schnellen Wechsel der Mode und die kurze Nutzungsdauer. Der Drang nach immer neuen Teilen verstärkt sich weiter. Die Qualität wird schlechter und ein Kleidungsstück muss gar nicht mehr langlebig sein. Die Wertschätzung von hochwertigen Kleidungsstücken geht uns verloren.

  • Jeder Deutsche kauft durchschnittlich 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr. Für die Deutschen ist Shopping zu einem Hobby, anstatt zu einer Bedarfsdeckung geworden.
  • Jedes 4te Teil wird mittlerweile online bestellt, wovon 50 bis 70 Prozent retourniert werden.
  • Dazu kommt, dass manche Kleidungsstücke durchschnittlich nur 1,7 Mal getragen werden, bevor wir sie aussortieren. Und: bis zu 20 weitere Teile hängen ungetragen im Kleiderschrank, bevor sie entsorgt werden.

Muss denn jede Woche neue Ware präsentiert werden?

Für die weltweiten Arbeitsplätze ist der Textilsektor sehr wichtig. Ein Drittel der Weltbevölkerung arbeitet dafür. Aber muss es jede Woche neue Ware auf der Fläche geben?
Würden vier Kollektionen im Jahr nicht ausreichen, müssen es tatsächlich zwölf oder mehr sein?

Nein!

Wissen Sie, wieviel Kilometer die Reise einer Jeans beträgt? Vom Entwurf in den Niederlanden bis zur Altkleiderentsorgung in Gambia sind es 40.000 Kilometer.
Und warum ist das so? Weil die meisten Kleidungsstücke zwar in Europa designed werden, die Fertigung aber in Asien erfolgt. Die Umweltschutzauflagen der EU sind einfach zu hoch.

Bekleidung soll uns vor Umwelteinflüssen schützen, dadurch werden sie mit Chemikalien veredelt. Für ein Kilogramm produzierte Textilien wird die gleiche Menge an Chemikalien benötigt und bis zu 300 Liter Wasser!
 
Zudem wissen wir alle, wie sehr die Frachtschiffe unsere Umwelt belasten.
Ist das wirklich nötig?
 
Mit den Used-Effekten wird die Gesundheit von vielen Arbeitern in den armen Ländern gefährdet, die Indigofarbe verunreinigt Flüsse und verschmutzt Trinkwasser.

Was können wir tun?

Man kann die Slow-Fashion unterstützen. Diese steht für nachhaltige und bewusste Mode, die mit Respekt und Verantwortung für Menschen und Umwelt produziert wird.
Es gibt vier anstatt zwölf Kollektionen im Jahr und einen höheren Lohn für die Arbeit. Bei einem T-Shirt für 19,90 € liegt der Lohnanteil bei 0,60 € anstatt bei 0,18 €.


Brauchen wir wirklich 60 neue Teile pro Jahr?

Nein, wir brauchen eine gute Basisgarderobe aus den für uns individuell passenden Farben und Schnitten. Wer unsicher ist, welche Garderobe ihm am besten steht und wie man entsprechend wirkt, dem empfehle ich eine fachkundige Typberatung. Denn diese hilft, Fehlkäufe und unnötigen Konsum zu vermeiden.
 
Möchten Sie wissen, wo Sie Slow Fashion finden? Hier die Links:


www.femnet-ev.de
www.buygoodstuff.de
 
Und noch ein Hinweis: Ab dem 28.03.2019 läuft der Film „Fair Traders“ an. Er zeigt drei Stories von Ethical Business.

Viel Freude beim bewussteren und nachhaltigeren Einkauf

Sandra Garvens

Hier erhalten Sie Unterstützung beim Aufbau einer einer nachaltigen Basisgarderobe, mit der Sie gut aussehen, für alle Anlässe das Passende im Schrank haben, Fehlkäufe vermeiden und sinnvoll investieren. 

Passend dazu: Gift auf unserer Haut - Schadstoffe im Make-up vermeiden

Fotonachweis: Sandra Garvens -  Mit freundlicher Genehmigung  zur Veröffentlichung  des Rautenstrauch-Joest-Museum - Kulturen der Welt Ausstellung Fast Fashion

 

 

 

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9 Kommentare

Petra Waldminghaus

18.04.2019 - 08:19
Aufgrund meiner 1,82 Meter Körpergröße als Frau konnte ich nie in Mengen kaufen, sondern war "gezwungen" hochwertig und nachhaltig zu investieren. Früher habe ich oft geklagt, heute bin ich dankbar für das erlernte Kaufverhalten. Als Imageberaterin habe ich dann natürlich noch viele weitere Tipps und Tricks für mich gefunden und habe heute einen überschaubaren Kleiderschrank, in dem alles drin ist, was ich benötige :-).
Es macht zufrieden in die richtigen Dinge zu investieren und die Müllberge damit zu minimieren.

Sandra Garvens

18.04.2019 - 09:15
Ich habe mein Kaufverhalten nach dem Besuch der Ausstellung drastisch geändert. Vieles blieb in den Geschäften hängen.
Eine gute Basisgarderobe in den richtigen Farben und den richtigen Schnitten ist soviel wert und kann nachhaltig gekauft werden. Dadurch helfen wir Menschen und Umwelt.
Wir haben letzte Woche eine Tauschbörse veranstaltet, das war ein toller Event und jede Dame hat sich über etwas Neues gefreut und konnte „Fehlkäufe“ an jemanden weitergeben. Der Rest wurde an eine Hilfsorganisation übergeben, die die Teile an Bedürftige weitergibt.

Petra Waldminghaus

18.04.2019 - 09:18
Tauschbörse klingt super...denn häufig werden ja nagelneue Sachen weggeworfen.

Martina Rosemeier

18.04.2019 - 19:20
Ich war auch im vergangenen Jahr in der Ausstellung und es hat mich sehr berührt.
Schon länger überlege ich, wie ich persönlich und in meinen Beratungen das Thema umsetzen kann.
Natürlich gibt es hier nicht die einfache Lösung. Aber es gibt interessante kleinere Hersteller die fair produzieren. Eine weitere gute Regel ist , wenn ein neues Teil kommt, dafür ein altes Teil auszutauschen.
Also, wirklich klug auszuwählen, so wie du liebe Sandra es auch beschrieben hast.
Es gibt noch viele Möglichkeiten und kreative Ideen unsere Konsumverhalten neu zu gestalten - ich hab schon einiges überlegt und werde mal Neues ausprobieren.
Danke, für deine guten Anregungen.

Judith Eufinger

19.04.2019 - 07:08
Mich treibt dieses Thema schon lange um, deshalb freue ich mich über deinen Artikel, liebe Sandra.
Wir als Typ- Beraterinnen haben für unsere Kunden ja einige praktikable Lösungen für einen nachhaltigen Garderobenaufbau. Nach einer Beratung fällt es nicht mehr schwer in hochwertige und langlebige Stücke zu investieren.
Aktuell mag ich in der Biomode besonders die Blusen-Hosen-Kombis von soyaconcept, Shirts und Röcke von hessnatur, die Lanius- Kollektion und Sneakers von Veja.
Danke für den Impuls zum Umdenken und Anderskaufen!

Sabine Haug

19.04.2019 - 07:08
Liebe Sandra, toller Artikel der mich noch einmal mehr bestätigt, noch aufmerksamer beim Einkauf zu sein. Leider habe ich oft das Problem, dass mir "Fairfashion" Schnitte nicht so vorteilhaft passen. Da bin ich noch auf der Suche. Interessantweise sind meine Kunden sehr offen für nachhaltige Mode und hatten bei der Stilberatung Kleidungsstücke dabei. Wir haben hier auf der Schwäbischen Alb auch einige interessante Hersteller. Super Idee auch von der Tauschbörse! Viel Erfolg weiterhin!

Ute Erbe

21.04.2019 - 07:31
Liebe Sandra,
Danke für den tollen Bericht. Was willst, was brauchst du wirklich? Es ist absolut notwendig sich in unsere Welt Gedanken über sein Konsumverhalten zu machen. Wenn jeder anfängt, ist das der richtige Weg. DANKE für den Impuls.

Rebekka Richter

27.04.2019 - 12:57
Liebe Sandra,

danke für den wertvollen und informativen Artikel!

Ja, Tauschparty's sind cool!
Ich habe davon schon drei Stück veranstaltet und bin immer wieder begeistert, wie unterschiedlich die Kleidungsstücke bei den verschiedenen Personen wirken und das so manches tolle Stück einen neuen Besitzer finden konnte.

Um so besser, wenn das Ganze noch einem guten Zweck dient. Wir durften jedesmal mehrere Kisten an eine Hilfsorganisation spenden. Es war also eine WIN WIN Situation für beide Seiten.

Linda Britta Bosse

02.05.2019 - 22:37
Ein super Bericht zu einem wirklich wichtigen Thema! Der "schnelle" Konsum in unterschiedlichsten Bereichen ist für viele Menschen scheinbar (fast) zum "Lebenssinn" geworden. Die Rasanz, die Produktlebenszyklen heute haben, wirkt sich umfassend negativ aus: gerade in der Kleidungsindustrie und bei technischen Geräten. Egal, ob etwas noch gut seinen Zweck erfüllt, es muß ausgetauscht werden. Verschwendung von Rohstoffen, Billigproduktion, Menschenausbeutung in der Herstellung, Umweltverschmutzung, Klimaveränderung: Das ist die "Ernte". Es wird höchst Zeit für ein Umhandeln!

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Sandra Garvens

Die Autorin

Sandra Garvens

Mode zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben von Sandra Garvens.
Ob als Chefeinkäuferin für große Modeunternehmen oder in ihrer selbständigen Tätigkeit als Typ und Imageberaterin.
Sie lässt sich gern von neuen Trends inspirieren und fühlt sich in der Modewelt zuhause.
Ihre Know-How teilt Sie gern mit ihren Kunden und dem Netzwerk CorporateColor.
 

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